Das Konzept für den Neubau des Falkenstein Schutzhauses

im Nationalpark Bayerischer Wald!

Das nachfolgende Planungskonzept zeigt eine Möglichkeit der Realisierung auf. Es dient als Grundlage einer
Entscheidung und weiteren Projektentwicklung.

Neubau – Konzept:

 

Gestalterisch soll es sich bei dem Neubau um ein schlichtes, auf die wesentlichen Gestaltungs- und Ausstattungsmerkmale eines Schutzhauses reduziertes Gebäude handeln, welches möglichst in ökologischer Bauweise errichtet werden soll.

Das Planungskonzept sieht einen lang gezogenen rechteckigen Baukörper mit Satteldach vor, dessen Giebelseite zum Tal orientiert ist. Es besteht aus einem Teiluntergeschoss mit Funktions- und Nebenräumen, einem Erdgeschoss mit gastronomischer Nutzung und einem Obergeschoss (Dachgeschoss), in welchem die Räume für Beherbergung und weitere Schlafräume für Personal untergebracht sind. Die neue Gastraumfläche im Erdgeschoss soll Platz für ca. 85 Gäste bieten, für Übernachtungsgäste sind im Obergeschoss ca. 40 Betten in 4-Bett-Zimmern vorgesehen. Die Übernachtungskapazität wird demnach von bisher 60 Betten auf künftig ca. 40 Betten reduziert. Die 4-Bett-Zimmer (8 Stück) erhalten gemeinschaftliche Waschräume.

Die Ausführung des Untergeschosses ist in Massivbauweise geplant, die des Erd- und Obergeschosses vorzugsweise in Holzkonstruktion. Insgesamt sollen möglichst naturnahe und unbehandelte Baustoffe verwendet werden. Die Wärmeversorgung wird über technische Anlagen auf Basis von regenerativen Energieträgern sichergestellt.

Durch den Neubau können wirtschaftliche und zeitgemäße Betriebsabläufe geschaffen, die Energieeffizienz gesteigert und die laufenden Instandhaltungskosten wesentlich reduziert werden. Eine moderne, zeitgemäße Gebäudegestaltung und –Konzeption lassen eine nachhaltige Besucherfrequenz erwarten. Die Tourismusregion Bayerischer Wald erhält damit eine weitere Qualitäts- und Attraktivitätssteigerung.

 

Visualisierung Neubau

Visiuelle Ansicht des Neubaus

 

Erläuterung des Vorhabens

 

Grundstück:

Der Große Falkenstein mit einer Höhe von 1315 m liegt im Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald in der Gemeinde Lindberg. Das Schutzhaus befindet sich unmittelbar östlich des Gipfels auf dem Flurstück 174/3 der Gemarkung Lindberg. Das Grundstück wurde im Zuge eines Erbbaurechtes vom Bayerischen Waldverein bebaut und genutzt. Die Zufahrt erfolgt über einen teilweise asphaltierten, teilweise geschotterten Weg, welcher vom Zwieseler Waldhaus bzw. Kreuzstraßl ausgehend bis zum Gebäude führt. Das Grundstück ist an die Stromversorgung angeschlossen. Die Wasserversorgung erfolgt über eine eigene Quellschüttung, die Schmutzwasser-entsorgung über eine eigene Kleinkläranlage.

Gebäudebestand:

Das Schutzhaus Falkenstein wurde im Jahr 1932/1933 errichtet und 1975 umgebaut und erweitert. Durch die Erweiterungsmaßnahmen entstand ein unruhiger Baukörper mit mehreren Dachverschneidungen. Das Gebäude befindet sich insgesamt in einem schlechten Bauzustand. Das Kellergeschoss ist durchfeuchtet, die Wände zum Teil mit Schimmel befallen. Die Fußbodenaufbauten im Gebäude sind infolge von nachträglich aufgebrachten undurchlässigen PVC-Belägen teilweise morsch, die Böden insgesamt abgetreten und erneuerungsbedürftig. Die Sanitär- und Elektroinstallationen sind überaltert und entsprechen nicht mehr zeitgemäßen Anforderungen. Auch die Massenschlafräume mit bis zu 20 Schlafplätzen sind nachhaltig nicht nutzbar, zumal auch hier zusätzlich Probleme mit Schimmelbefall bestehen. Der energetische Zustand des Gesamtgebäudes entspricht bei weitem nicht den Vorgaben der Energieeinspar-verordnung, der bauliche Brandschutz ist unzureichend. Infolge des überalterten Grundrisses mit nachtäglichen Anbauten sind im derzeitigen Zustand keine wirtschaftlichen Betriebsabläufe möglich.

Sanierung:

Im Rahmen von Voruntersuchungen für eine eventuelle Sanierung des Gebäudes durch die Firmen Heider Holzbau und Kopp HLS aus Frauenau ergab sich, dass gravierende Baumängel- und Bauschäden vorliegen, deren Beseitigung nur im Zuge einer Kernsanierung möglich sind. Im Zusammenhang mit den sonstigen Defiziten und der wirtschaftlichen Überalterung wurden Sanierungskosten prognostiziert, welche denen eines Neubaus nahe kommen. Aus diesem Grund wurde in einer Besprechung mit allen maßgeblichen Entscheidungsträgern Übereinstimmung getroffen, einem Ersatzbau den Vorzug zu geben und die Rahmenbedingungen hierfür abzustimmen.

Konzept – Neubau:

Bei einem Abbruch des Bestandgebäudes und der Errichtung eines Ersatzbaus wird angestrebt, zunächst nur den östlichen Querbau, in welchem sich ein Schlafsaal und die Bergwacht befinden, abzubrechen und dann den Neubau östlich des jetzigen Hauptgebäudes zu errichten. Während der Bauphase könnte der Hüttenbetrieb weitgehend fortgeführt werden. Nach Fertigstellung des neuen Gebäudes erfolgt der Abbruch des Altgebäudes, an dessen Stelle kann dann die Terrasse errichtet werden. Diese ist dann zwischen Falkenstein-Gipfel und neuem Schutzhaus eingebettet und nach Süden und Westen orientiert.

Lageplan Bestand

Flur Nr. 174/3
Gemarkung Lindberg

Lageplan Neubau

Flur Nr. 174/3
Gemarkung Lindberg

Vorhabensträger: Bayerischer Wald-Verein e.V.

vertreten durch:
Präsident Herr Staatsminister Helmut Brunner,
1. Vorsitzender Herr Georg Pletl
Stadtplatz 11
94227 Zwiesel

Überlandplan

(Auszug aus dem Bayern Atlas)

Ortsplan

(Auszug aus dem Bayern Atlas)

Luftbild

(Auszug aus dem Bayern Atlas)

Grundriss-Erdgeschoss

Grundriss-Obergschoss

Grundriss-Untergeschoss

Fotos vom Schutzhaus – Innen und Aussenaufnahmen aktueller Bestand

Beispiele neuer Schutzhäuser

Neugebaute Schutzhütten in Österreich und der Schweiz

Edelrauthütte

Tirol Österreich

Alpenhaus

Ischgl, Tirol Österreich

Olpererhütte

Zillertal Österreich

Monterosa Hütte

Matterhorn Schweiz

Cristallina Hütte

Vallo Bedretto Schweiz

Pizoldhütte

Schweiz

Konzeptentwicklung   Dipl. Ing. (FH) Max Weber  I  Architekt  I  Stadtplatz 9  I 94209 Regen  I  Stand 26. Juni 2017